Wenn KI meine Arbeit übernimmt: Was bleibt von meiner beruflichen Rolle?

Stellen Sie sich vor, Sie haben über Jahre gelernt, komplexe Inhalte verständlich aufzubereiten. Kolleginnen und Kollegen kommen zu Ihnen, wenn ein Text sitzen muss. Jetzt erzeugt eine KI in Sekunden einen Entwurf. Und in der nächsten Besprechung sagt jemand: Das war doch ganz einfach.

Was in diesem Moment wehtun kann, geht über die Frage hinaus, ob Ihr Arbeitsplatz sicher ist. Vielleicht war diese Arbeit ein Teil Ihrer beruflichen Identität. Sie waren die Person, die das konnte. Wenn plötzlich nur noch zählt, wie schnell ein Text entsteht, kann es sich anfühlen, als hätte auch die Erfahrung dahinter ihren Wert verloren.

Wenn Mitarbeitende eine KI-Anwendung meiden oder in Besprechungen schweigen, höre ich deshalb auch auf die Zwischentöne. Was bedeutet es für diese Person, wenn eine Aufgabe wegfällt, über die sie sich bisher definiert hat? Was fürchtet sie zu verlieren? Anerkennung, Einfluss, Zugehörigkeit oder tatsächlich den Arbeitsplatz? Welche dieser Fragen kann die Führung heute beantworten?

Als Führungskraft können Sie mit einer konkreten Frage beginnen: Was hat sich an Ihrer Arbeit verändert, seit wir KI einsetzen? Hören Sie sich die Antwort an, bevor Sie erklären, was daran gut sein soll. Dann können Sie gemeinsam klären, welche Verantwortung jemand künftig übernehmen möchte und welche Entscheidungen zur Rolle noch offen sind.

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